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Schottergärten – Das graue Gartengrauen

#neinzustein

Schottergärten – ein gutes Beispiel für einen Negativtrend, der leider viele Nachteile und auch ökologische Folgen mit sich bringt. Wir haben euch in unserer Themenwoche #neinzustein dazu mitgenommen und gemeinsam mit Xenia von @berlingarten, Syl von @syl_loves, Sven von @beetwunderung.de und Caro von @hauptstadtgarten über viele Mythen aufgeklärt, die es rund um das Thema „Schottergärten“ gibt. Denn reine Schottergärten sind nicht nur schlecht für´s Klima und die Artenvielfalt, sondern gehen auch richtig ans Geld.

Und wenn ihr mehr über das ganze Thema erfahren wollt und auf der Suche nach Alternativen seid, schaut doch gerne mal bei Caro von „Hauptstadtgarten“ vorbei: Caro klärt abschließend zu unserer Themenwoche noch einmal über die Probleme und Nachteile von Schottergärten auf und hat bereits im Frühjahr Tipps zum Anlegen eines Staudenbeetes, einer tollen Alternative zu Schottergärten, gegeben.

Probleme der Schottergärten

Rein ökologisch wären die sogenannten Steingärten sogar vertretbar. Was das Ganze aber problematisch macht, sind die verwendeten Unkrautvliese und Sperrfolien, die unter den Steinen verwendet werden und Barrieren bilden. Niederschläge, die in „normalen“ Gärten wieder Teil des Grundwasserkreislaufs werden können, versickern auf den versiegelten Flächen gar nicht oder nur schwer und somit werden solche Flächen von diesem wichtigen Kreislauf abgeschnitten. Fehlen Wasser und Sauerstoff im Boden, sterben darüber hinaus kostbare Bodenlebewesen ab und die Sanierung solcher Böden nimmt zum Teil Jahre in Anspruch.

Die Verbote von Schottergärten durch manche Kommunen, stellen somit keine Gängelung der Bevölkerung dar, sondern dienen lediglich der Vorbeugung von unnötiger Flächenversiegelung und dementsprechend ökologischem Schaden.

Nachteile von Schottergärten bzw. Steinflächen

 

  1. Bereiche, auf denen Steine aufgeschüttet werden, erwärmen sich schneller und somit geht der Abkühlungseffekt, den Gartenpflanzen auf die Umgebung haben, verloren.
  2. Regenwasser kann auf versiegelten Flächen nicht versickern und somit wird eine Austrocknung des Erdreichs begünstigt.
  3. Schottergärten sind bei weitem nicht so pflegeleicht wie es oft dargestellt wird. Im Gegenteil: Dadurch, dass sich zwischen den Steinen Staub und Blätter sammeln, werden Unkräutern gute Wachstumsbedingungen geboten. Kommen dann noch Algen und Flechten hinzu, wirken die Steine darüber hinaus schnell ungepflegt.
  4. Innerhalb der Schotterfläche leiden Einzelpflanzen und Formgehölze unter der Aufheizung.
  5. Auch wenn viele Menschen es immer noch glauben: In der Anschaffung sind Schottergärten keine günstige Alternative zu einem „normalen“ Garten. Und bei der Entsorgung von Folien und Steinen kann solch ein Garten dann richtig teuer werden.
  6. Schottergärten stören das Bodenleben oft nachhaltig.
  7. Lautstärke und Schmutz nehmen zu: Wer auf Pflanzen im Garten verzichtet, muss mit Feinstaubbelastung und Lärm rechnen. Während Baum, Busch und Co als Staubfilter und Lärmschutz agieren, werden Haus und Hof durch brachliegende Steinlandschaften regelrecht entblößt.
  8. Darüber hinaus bieten Steinflächen kaum Lebensräume für Kleinlebewesen und tragen somit zum Artensterben bei.
  9. Steine können Vandalismus fördern, da übermütige Kinder hierdurch zum Werfen förmlich aufgefordert werden.

Positive Beispiele für Steine im Garten

Steine im Garten müssen nicht per se schlecht sein. Es gibt auch viele positive Beispiele dafür.

  1. Sogenannte Trockenmauern dienen wärmeliebenden Kleintieren (wie bspw. Eidechsen) als Lebensraum.

2. Kräuterspiralen speichern Wärme für mediterrane Pflanzen wie Rosmarin oder Salbei.

3. Grobkörniger Sand kann als Material zum Abmagern sehr schwerer Böden dienen.

4. Im Staudenbeet kann Kies als wärmespeicherndes Mulchmaterial dienen. Verwendet ihn dann aber unbedingt OHNE sperrende Vliese und Folien und nutzt ihn in Kombination mit Pflanzen, die hitze- und trockenheitsresistent* sind und tief wurzeln.

5. Kiesgärten, die über unbepflanzte Bereiche mit feinen Erdanteilen verfügen, bieten Lebensraum und Brutstätten für bodenbrütende Bienen.

*Trockenheitsresistent sind beispielsweise die folgenden Wildpflanzen:

  • Färberkamille
  • Königskerze
  • Natternkopf
  • Gräser
  • Verschiedene Salbeiarten
  • Brauner Storchschnabel
  • Blauraute
  • Katzenminze
  • Thymian
  • Dost

Was muss ich bei der Übernahme eines Schottergartens beachten?

Ganz vorweg: Das Wichtigste bei der Übernahme eines Schottergartens ist die Entfernung der Folien und Vliese sowie die fachgerechte Entsorgung. Hierbei können große Mengen zusammenkommen, sodass ihr euch ggf. von einem Gartenbaubetrieb helfen lassen müsst.

Ist erst einmal alles raus, könnt ihr Bereiche (dicht) begrünen. Hier bieten sich beispielsweise mehrjährige, winterharte Stauden an. Aber auch heimische Wildpflanzen oder Gräser sind eine gute Alternative.

Wenn ihr möchtet, könnt ihr natürlich auch bewusst eine Ruderalfläche mit Pflanzen für Magerstandorte anlegen. Hier können sich heimische Wildkräuter aussamen und somit entsteht wichtiger Lebensraum für verschiedene Wildbienenarten.

INFO: Bei einer Ruderalfläche handelt es sich um eine ökologische Alternative zu den Steingärten und auf solchen Flächen können verschiedene Steine oder auch Gebüsche integriert werden.

Oder aber ihr entscheidet euch für „Blackbox-Gardening“? Bei diesem Konzept gestaltet ihr euren Garten durch einige strukturgebende Pflanzen (bspw. Gehölze und Gräser) und ergänzt das Ganze mit selbst versamenden Arten – diese dürfen sich ihren Standort selbst suchen. Caro hat sich hierbei in ihrem Garten u.a. für das Hornveilchen, das Argentinische Eisenkraut und verschiedene Mohnsorten entschieden, die vor allem an den Rändern ihres Kieswegs immer wieder auftauchen

Ihr seht also: Es ist noch nicht zu spät, die steinigen Sünden im Vorgarten zu beseitigen und es gibt genug Alternativen. Denn von grünen Grundstücken profitieren nicht nur die Natur und das Klima, sondern langfristig auch unsere Gemüter.

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